06 tanz im sacralen raum

 

Orgelfestival Lockenhaus



Abschlusskonzert

Sonntag, 5.Juli 2009

18.30 Uhr | Kirche

»Tanz und Literatur I«


Choreographie, Tanz:  Marina Koraiman / Orgel: Klaus Kuchling

Erzähler: Wolfgang Horvath
Foto: Karlheinz Fessl

PROGRAMM

Petr Eben 1929 – 2007 „Vier Biblische Tänze“ (1990-91)

I. Davids Tanz vor der Bundeslade

II. Tanz der Schulamit

III. Tanz von Jephtas Tochter

IV. Hochzeit zu Kana

„Nach dem tragisch gestimmten und eher introvertierten Zyklus ‚Hiob’ wollte ich in meinem nächsten Zyklus etwas mehr Aufgelockertes schreiben.

Da mich von jeher das rhythmische Moment des Orgelspiels inspiriert hat, wählte ich das in der Orgelliteratur seltener angewandte Genre der Tänze.

Die Orgel und der kirchliche Raum führten mich aber dazu, den spirituellen Charakter bewahren zu wollen und deshalb entnahm ich die Tänze dem biblischen Geschehen.

Petr Eben

















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LEBENS.TANZ

Orgel: Klaus Kuchling

Inszenierung, Tanz, Kostüm: Marina Koraiman

Licht: Stefan Schweiger

Sprecherin / Programmtext: Gerda Laurer

Einführende Worte: Diözesanbischof Dr.Alois Schwarz und

Bischofsvikar Dompfarrer Dr.Peter Allmaier

Installation: Uwe Bressnik

Koordination: Dr.Karl-Heinz Kronawetter

Foto: Karlheinz Fessl, Stefan Schweiger



Ein Projekt im Rahmen von „lebendig. KUNST IM DOM 2010“

Mittwoch, 31.März 2010, 19.30 Uhr

LEBENS.TANZ – in drei Etappen von Gerda Laurer

Mit dem Körper zu Orgelklang in drei Einheiten in den Raum gezeichnete, von Marina Koraiman getanzte Annäherung an den in pulsierendem Rot verhängten Altar.

Die Tänzerin und Choreografin Marina Koraiman erzählt drei unterschiedliche Geschichten zu drei polaren menschlichen Lebensthemen: Werden und Vergehen, Kampf und Hingabe,  Freude und Trauer.

Sie stellt sich unter Verwendung der  kreativen Sprache zeitgenössischer Tanzkultur der Herausforderung, das zutiefst Irdische im sakralen Raum sichtbar zu machen und lädt das Publikum ein, sich auf die dabei entstehende Spannung einzulassen. Möge jeder für sich die Anregung zur Versöhnung von Körper, Geist und Seele aufnehmen und auf sich wirken  lassen.

LEBENDIG WERDEN und VERGEHEN –  FEUER ROT SCHWARZE LAVA ERDE !

Aufwachen. Auftauchen. Aufgehen. Aufbäumen. Aufbrechen. Aufgeben. Aufhören.

„DANCE NR. 4“ von Phillip Glass. Uraufführung 1979.

Die aus einer Handvoll von Tönen geborenen Takte der Komposition öffnen in scheinbar endloser Wiederholung den Raum für ein anderes Zeitgefühl. Diese „Lebensspanne“ füllt sich mit der elementaren Kraft zyklischer Urthemen. Jede individuelle Lebensgeschichte ist berührt und betroffen vom Werden, Aufblühen und Vergehen.

- Phillip Glass, geboren 1937 in den USA, einer der bedeutendsten Musiker und Komponisten der Gegenwart, bahnbrechender Vertreter der „Minimal Music“, die mithilfe  geringster harmonische Komplexität und starken Betonung des rhythmischen Elements ein einfaches Grundmuster über längere Zeiträume in leichten, oft kaum wahrnehmbaren Variationen wiederholt und damit den Zuhörer in einen tranceähnlichen Zustand versetzt.

LEBENSKAMPF und HINGABE  - TÄTER UND OPFER. MORGENROT

Schicksalhafter Schmerz und die aufopfernde Annahme des Schicksals in Liebe werden als musikalisch erlebbare Grenzerfahrung im Tanz durch den Wechsel zwischen den Rollen der Tochter und des Vaters aufgelöst. Die Übergänge zwischen Liebe und Schmerz verschwimmen in den weich fließenden Bewegungen der Choreografie.

„TANZ VON JEPHTHAS TOCHTER“ von Petr Eben. Uraufführung 1992.

Die Geschichte von Jephtah entstammt dem Buch der Richter (Ri 11, 30-40) im Alten Testament. Als Heerführer gegen die Ammoniter gelobte Jephtha, im Fall des Sieges das zu opfern, was ihm bei der Rückkehr vor seiner Haustür zuerst begegnen würde. Dies war schicksalhaft seine einzige, geliebte  Tochter. Nach einer Bedenkzeit erfüllte Jephtahs Tocher das väterliche Gelübde.

- Petr Eben (1929 – 2007 ) Organist und bedeutendster Tschechischer Komponist der Gegenwart. In London entstand 1992 als Orgelwerk unter anderem der „Tanz von Jephtas Tochter“, einer von insgesamt vier biblischen Tänzen.

VOM INNERSTEN ZUM ÄUSSERSTEN

„Wie oben so unten“ werden menschliche Empfindungen und Handlungen zum Leben erweckt.

„DREI TÄNZE – TRAUER, FREUDE, STREIT“ von  Jehan Alain Uraufführung 1937

Direkt vor der Installation Uwe Bressniks, vor dem rot verhängten Altar pulsiert das Herz und zwingt den blutroten Lebenssaft kraftvoll in den Kreislauf des Lebens. Übersetzt in das Prinzip der Atmung entsteht daraus die Choreografie: Einatmen führt in die Zukunft, Ausatmen begleitet das Loslassen des Alten. Alles was stirbt, stirbt mit einem Ausatmen. alles, was geboren wird, wird mit einem Einatmen geboren. Der pulsierende Wechsel des Ein- und Ausatmens webt uns ein in den lebendigen Zyklus von Werden und Vergehen, in unseren persönlichen Lebens.Tanz

Jehan Alain  1911 – 1940, französicher Organist und Komponist. Obwohl er, erst 29 Jahre alt,  im 2. Weltkrieg starb, umfasst Alains kompositorisches Schaffen mehr als 140 Werke. Er wurde nicht nur durch die musikalische Sprache von Claude Debussy und Olivier Messiaen beeinflusst, sondern ließ sich auch von fernöstlicher Musik, Tanz und Philosophie, dem damals wiedererwachten Interesse an der Musik des 16. bis 18. Jahrhunderts und dem Jazz inspirieren. Im Alter von 26 Jahren schrieb er unter anderem die  „Trois danses : Joies, Deuils, Luttes“ für Orgel.

KRITIK:

Sinnliche Mystik vor dem Fastentuch

Im Hintergrund schimmert Uwe Bressniks rotes Fastentuch, davor wiegt und krümmt und dreht sich unter Orgelklang eine Frauengestalt, sinnlich, rituell, ausdrucksstark. Dieses Bild nahm der Besucher der Performance „Lebens.Tanz“ am Mittwoch im noch winterkalten Klagenfurter Dom nach Hause. Ein feines Experiment von Marina Koraiman und Klaus Kuchling.

Zunächst versammelte man sich im Dunkeln am Kircheneingang um einen schwarzen Würfel. Scheinwerfer. Ein Haufen stoff. Orgel. Philipp Glass, „Dance Nr.4“. Kraftvoll beginnt der Organist die musikalische Meditation, deren Rhythmus die den schweren, schwarzroten samt allmählich formende Tänzerin übernimmt.

Eine wogende Skulptur, die durchaus als Markenzeichen der interessanten Allrounderin gewertet werden kann. In der Bewegung bleibt sie fest im Ausdruckstanz verhaftet, ein Stil, der der im archaisch angehauchten, sakralen Raum aber durchaus wirkt. Meditativ-sinnliche Mystik und ritualhafte Expressivität prägten auch den leichten „Tanz von Jephtas Tochter“ von Petr Eben auf der mittleren und vor allem die Stüpcke von Jehan Alain auf der letzten Bühne. Dass sämtliche Musikwerke durchgetanzt wurden, anstatt sie durch Klaus Kuchling auch mal an-, aus- oder „solo“ klingen zu lassen, war ein kleiner Minuspunkt dieses sonst beeindruckenden Abends.
Andrea Hein, Kronen Zeitung


www.stefanschweiger.com/kunstimdom

 

 

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Labyrinth

Im Kreis gehen? Die Weisheit des Labyrinths und die christliche Erfahrung der Gnade

Orgel: Klaus Kuchling, Domorganist

Inszenierung, Tanz, Kostüm: Marina Koraiman

Einführende Worte: Mag.Johannes Staudacher


Referate: Ulrike Blumenthal, Psychologin und Mediatorin

Diözesanbischof Dr.Alois Schwarz

Installation: Werner Hofmeister

Koordination: Dr.Karl-Heinz Kronawetter

Fotos: Karlheinz Fessl

Musikalisches Programm:

Alfred Stingl: Eteint Nr.7
Pachelbel: Chiacona
Barbara Dennerlein: Pendel der Zeit

Ein Projekt im Rahmen von
„UMKEHR UND ÖFFNUNG. KUNST IM DOM 2008.“
Samstag, 1.März 2008, 20.00 Uhr

collagen22.jpg ÜBER LEBENS KUNST

DAS ENDE ALS ANFANG GESTALTEN

Von Pfarrer Mag. Johannes Staudacher


Der Mensch aber ist kein Faktum, sondern ein Fakultativum. So Viktor E. Frankl. Er ist fähig, auch noch ein Ende als Anfang zu gestalten. Nicht das Festgelegte macht den Menschen aus. Jede Wirklichkeit enthält noch eine Möglichkeit. Einbahnen und Sackgassen des Lebens sind gestaltbar – und damit offen.

Mit drei Themenabenden wendet sich KUNST IM DOM gegen herrschende Ausweglosigkeit. Antikes weltgefühl hat vom zwanghaften Schicksal gesprochen, dem niemand entrinnen kann. Nach einem Wort Karl Pflegers ist dieses Weltgefühl wiedergekehrt: zur modernen Welt und ihren Zwängen gibt es angeblich keine Alternative. Der gegenwärtige Mensch glaubt nicht mehr an die Gestaltbarkeit der Geschichte, er ergibt sich sehr rasch politischen und ökonomischen Notwendigkeiten. Der erste Themenabend stellt sich deshalb der Übermacht „geld sack gasse“

Es gibt eine Abwehr des Tragischen im Umgehen von Tod, Unglück und Schuld. Aufmerksame Erfahrung zeigt aber, dass nicht das Umgehen des Schmerzlichen, sondern der Umgang damit weiterführt, Kräfte freimacht, Zukunft öffnet. Wo wir „nichts mehr tun können, können wir noch alles tun.“ Dem stellt sich der zweite Themenabend.

Weisheit der Völker ist manchmal tragische Weisheit, Botschaft vom Verhängnis, dem der Mensch nicht entkommt. Sie ist aber manchmal auch Hoffnungserfahrung. Nicht Irrgarten, sondern Labyrinth ist dann das Leben. Geführter Weg in die Mitte, zum Umbruch und Aufbruch. Das weiß sich erfüllt und angeboten in der christlichen Erfahrung der Gnade. „Siehe, ich mache alles neu“, ist nicht bloß ein Zukunftswort biblischer Utopie. Mitten in verfahrenen Situationen können neue Lebensquellen durchdringen. Dies der dritte Themenabend.

Musik und Tanz werden jeden Abend mitprägen. Denn oft ist es nicht das Wort, das unser innerstes Wissen weckt. Musik und Tanz möchten an jenes Tiefe in uns rühren, das uns in „Emotion“ bringt, also in Bewegung. Und wenn der Mensch die Opferrolle verlässt und zum Akteur wird, dann wird Umkehr und Öffnung möglich.












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BRUCKNERFEST LINZ 2007 KLASSISCH ANDERS.

Samstag, 22.September 2007  

Orgelreise 

“Auf den Spuren des Improvisateurs Anton Bruckner”

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Eine Hommage an Anton Bruckners Improvisationskunst

Ein Projekt der sunnseitn-Serie “Das Brucknerhaus geht aufs Land hinaus”.

Sowohl Geschichte der Improvisation vom13.Jhdt. bis Heute als auch das Nachspüren der “Improvisationswut” Anton Bruckners sind Themen dieser Reise. Eine Welturaufführung des Chorwerks Bruckners “Locus Iste” auf 2 Orgeln im Neuen Dom sowie Abend.Improvisationen auf der Brucknerorgel in St.Florian sind Höhepunkte dieser Reise zu acht Orgeln. Das Brucknerhaus ist Ausgangs- und Endpunkt der Reise. Die Route führt über die original erhaltene Brucknerorgel im Alten Dom, die Rudigierorgel im Neuen Dom, zu Orgeln in Gleink und Steyr und die große Brucknerorgel in St.Florian.

Musiker: Organisten: Wolfganh Kreuzhuber, Josef Novotny, Heinrich Reknagel, Klaus Sonnleitner, Balduin Sulzer Instrumentalisten: Johanna und Christopher Varner (Cello, Posaune, Muscheln, Digeridoo)

 

Idee, Konzept, Organisation: Gotthard Wagner sunnseitn
Beratung: Wolfgang Kreuzhuber

Zufällig kam ich, während der Mittagspause eines Tanz-Workshops, in Station Nr.3 dieser Orgelreise in den Neuen Dom. Inspiriert und animiert durch den Orgelklang improvisierte ich tänzerisch im hinteren Eingangsbereich. Es gab gerade die Welturaufführung von Locus Iste, weiters Improvisationen nach den ersten Orgelaufzeichnungen aus dem 13.Jhdt und Improvisationen zu Themen des 20.Jhdts. Der annähernd kubische Raum mit den alten Eichentüren und dem Lichtkreis war wie eine einzige Einladung zum Tanzen: scheu hielt mich vorerst in einer Ecke im hinteren Bereich  - wie ein Abtasten, ein Warm-up mit dem Raum, der Situation, der Stimmung, dem Klang. Trotz der Öffentlichkeit des Ortes und der Veranstaltung hatte der sakrale Raum etwas sehr Persönliches und Intimes. Mit der Zeit traute mich immer mehr in die Mitte des Raumes - dass ich inzwischen beobachtet und fotografiert wurde, bemerkte ich schon, tangierte mich aber nur peripher. Im Gesamten war es wie ein gutes Gespräch: aus dem anfänglichen Abtasten entwickelt sich ein Austausch, bei dem jeder der Partner immer mehr von sich hergibt und zeigt eine Verschiebung der Grenze zwischen Tänzer und Raum bis hin zu einer im optimalen Fall Verschmelzung.


Fotos: Franz Durst

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GYROKINESIS
WORKSHOP 1: 3.Mai 2014:  9.30-12.00, 13.00-15.30
/ 4.Mai 2014: 10.00-12.30, 13.30-16.00

WORKSHOP 2: 28./29.Juni 2014: 10.00-12.30, 13.30-16.00

Kosten: 120,-

Ort alle: RedSapata Tabakfabrik, Ludlgasse 19, 4020 Linz. www.redsapata.com

LAUFENDER KURS: montags, 17.15-18.30 Kosten: Einzelstunde 12,- , Zehnerblock 110,-



 

tanzhafen festival 2014:

Performance Day Lentos Kunstmuseum, 24.4.2014, 18.00 Uhr. Eintritt frei: "faszie. eine Werkschau "

Workshop Day AmarDas, 26.4.2014, 11.00-12.30 Uhr: "Dance of Air"

nähere Infos: www.redsapata.com



termine kunst:

ausstellung "TwinTown Art"

21.9.-28.10.2012
alpe-adria-galerie
theaterplatz 3
9020 klagenfurt