08 projekte vor 2005

zeichen

ein projekt für tanz, licht, raum und kostüm

Was passiert beim Träumen? Wie entstehen diese Bilder im Kopf? Und warum entziehen sich die Träume zumeist so stark der Erinnerung, wenn wir uns wieder im Wachzustand befinden?

Von der Natur des Traumes, dieser kreativen Fähigkeit des Menschen, eine andere Bewußtseinsebene einzunehmen, hatten die alten Griechen eine schöne Vorstellung: Sie glaubten, die einzelnen Gestalten, die dem Träumenden erscheinen, seien selbständige Personen, die nachts den schlafenden Körper verlassen, in der realen Außenwelt allerlei Abenteuer erleben und zuletzt, unmittelbar vor dem Aufwachen, wieder in ihn zurückkehren.
Das Annehmen verschiedener Identitäten am Grunde der Seele passiert im Traum, wo Zeit und Raum außer Kraft gesetzt sind, automatisch und ohne Nachdenken. Die Kunst strebt diese Suspendierung von Raum und Zeit im Wachzustand an. In „zeichen“ wird die Bühne zu einem sich durch Bewegung und Licht verändernden Imaginationsraum, der in 12 Bildern Traumzustände erzeugen soll, in denen 7 verschiedene Persönlichkeiten unterschiedliche Wege und Orte besuchen. Wege und Ort sind so vergänglich wie Bewegungen und Träume - was bleibt sind Zeichen.

Konzept: Marina Koraiman, Rainer Kocher
Choreografie, Tanz, Kostüme: Marina Koraiman
Lichtdesign und Bühne: Rainer Kocher
Musik: Seknesz, Schulkowsky, Messiaen, Lustmord, Akosh S.Unit, Psychonauts The Creatures, Scelsi
Musikschnitt: Alex Jöchtl
Bühnenassistenz: Andrea Binder-Forstner
Anfertigung Bühnenobjekte: Roland Ploner, Gerald Koppensteiner
Fotos: Klaus Hinterstein
Grafik:Rainer Kulczycki
Projektbegleitung: Eva Maria Pühringer

Premiere: 30.April2004, Posthof Linz Länge: 65 min

Diese Produktion wurde unterstützt von: Land Oberösterreich, Stadt Linz, Bundesministerium für Kunst, CCL_choreographiccentrelinz, Posthof Linz


exkurs über das tanzsolo

Das Tanzsolo nimmt eine radikale Position ein: durch das Hinaustreten aus den sozialen Repräsentationen wird es zum Experimentierfeld der persönlichen Einbildungskraft. Im Realisierungsprozeß seiner Vision erforscht der Täner im Dialog mit sich selbst das Unbewußte und entfaltet die andere, verborgene Seite der Existenz. Das Ich holt den Körper aus dem Unbewußten in die Sprache der Bewegung: Tanz schafft Raum.

Der Raum als erweiterter Körper beherbergt mit seinen unterschiedlichen Ebenen, Ecken und Orten verschiedene energetische Qualitäten. Die Bühne wird so zum Bewußtseinsraum. Die in ihm eingeschriebenen Szenen visualisieren unterschiedliche Persönlichkeitsanteile, die sich im Ablauf der Zeit zu einem ganzen Bild schließen.

Der Tänzer in Personalunion von Zeigendem und Gezeigtem ist zugleich Objekt und Subjekt. Nicht zuletzt ist die einzelgängerische Arbeit im Überschreiten der Wirklichkeitsgrenze eine zeitgenössische Form des Rituals.

Szene 1-4


Pressestimmen:

Marina Koraimans Symbole erzählen uns Geschichten
TanzTageLabor im Linzer Posthof: Beeindruckende Uraufführung von in Linz lebender Künstlerin

Was Marina Koraiman in ihrer Choreografie „zeichen“ auseinanderfaltet, sind Traumzustände. Nichts ist der Zensur unterworfen, wenn sie die Bilder kommen lässt. Der Tanz spielt sich frei in immer neuen Entdeckungen und Versuchen. Mit dieser vielschichtigen Uraufführung hat Koraiman einen wunderbaren reifegrad erreicht, der die Sparte „Labor“ verlassen hat. Daran ist das ganze Team beteiligt, das mit visueller Computerarbeit und elektronischer Musik die Bühne verwandelte( Licht und Raum: Rainer Kocher).
Auf höchst anschauliche Weise geht es hier nicht um ein Einzelschicksal. Der über die Bühne rollende Globus spricht vom Schicksal der Erde.Wird die Natur, die hier ganz deutlich in ihrem Werden und Vergehen dargestellt ist, keinen zerstörerischen Belastungen ausgesetzt sein? Eine Warnung enthalten die hochgeschraubten Maschinengeräusche, die oft die Szene beherrschen. Es geht in diesem Tanz, in verschiedenen Aufzügen von Koraiman selbst getanzt, auch um das Schicksal der Frau. Wird sie sich in ein Hochzeitskleid hüllen oder in ein Sterbehemd? Die Künstlerin hat für dieses Tanzstück unglaubliche Kostüme entworfen.  ...Auf ihren nächsten Tanzabend darf man gespannt sein.

Roswitha Reichart, Neues Volksblatt


zeichen


...ein pulsierender Gang durch das Labyrinth der Träume. Koraiman setzt magische Farbräume in Szene und besitzt das dramaturgische Geschick, Tanz unberechenbar werden zu lassen. ..
Am Beginn fällt unter Gewitterdonner ein weißes Tor, und schon ist man in das Reich hinter allem Bewußtsein eingetreten:Sehnsüchte, Ängste und die permanente Lust, sich zu verwandeln, sind hier am Werk. In der gelungenen Ausstattung vereinen sich Kostüm und Bühnenraum zu einem schlüssig komponierten Gesamtbild. Mit der Musik entsteht ein magischer Spiegel, vor dem sich die tanzende Seele gebärdet.

Milli Hornegger, Kronen Zeitung


Strenge Traumwelten

Kraftvoll mit einem hauch Maskulinem tanzt Koraiman ihre Welten. Als rotes Energiebündel mit abgezirkelten Bewegungen, in schlafwandlerischer Höhe, mit bodenakrobatischen Bewegungen im vorne transparenten Kostüm. Koraimans homogener Stil zieht sich durch die Episoden. Besonders raumgreifend jene mit einem Kleid mit meterlangem Tellerrock, der ausgebreitet wird und ihn den Koraiman wie ein Schmetterling schlüpft, der sich in seinen Kokon „zurückverpackt“. Die Kostüme stammen von der Künstlerin, die Lichteffekt von Rainer Kocher.

Oberösterreichische Nachrichten


Szene 5-7

Interaktion von Farbe, Form, Licht und Bewegung







Superstrings

Wissen Sie, was ein Tau-Neutrino ist? Falsch geraten – kein südamerikanischer Wasserlurch und auch kei Reisgericht von den Osterinseln! Das Tau-Neutrino wurde erst vergangenes Jahr entdeckt und komplettiert im Standardmodell der Quantenmechanik den allerkleinsten Teil: in der Masse eine Million mal geringer als ein Elektron, durchdringt dieser Winzling Materie beinahe ungehindert. Schon 1930 hatte der österreichische Physiker Wolfgang Pauli die Existenz eines solchen Teilchens beschrieben, im Bewußtsein, es auf Grund seiner Winzigkeit nicht nachweisen zu können.

Mit derartigen Gedankenkonstrukten, die eigentlich jenseits unserer Wahrnehmungsschwelle liegen, beschäftigt sich „Superstrings“, das neueste Stück der bekannten Linzer Choreografin und Tänzerin Marina Koraiman. Gemeinsam mit ihrem Partner Dietmar Bruckmayr, dessen Bilder-Animationen und Projektionen von Elektonenmikroskop und Teilchenbeschleuniger inspiriert sind, begibt sich Koraiman auf die Expedition von Welten, die zweifellos real, aber nicht greifbar sind: Der Tanz zum Beispiel ist ein derartiges Phänomen. Er spricht zwar durch den Körper, ihn selbst können wir jedoch nicht sehen. Marina Koraiman: „Es wäre schön, wenn der Körper beim Tanzen momentweise verschwinden würde. Dann wäre endlich Platz für die Bewegung. Oder wenn man sich so (schnell) bewegen könnte, wie man denkt...“
Auch mit dem Raum, der den Tanzenden umgibt, beschäftigt sich Koraiman eindringlich. Dieser Raum ist keineswegs leer, sondern ein Meer von Luft. Er ist sinnlich wahrnehmbare und gestaltbare Materie, etwas Transparentes, das die zeitliche Dimension transzendiert.
Musikalisch inspiriert wird „Superstrings“ durch die mächtige Musik von Alex Jöchtl, die sich durch außergewöhnliche Kraft, Intelligenz und Tiefe auszeichnet. Mit ihrer Sogwirkung höhlt sie den Raum aus und schafft Platz für wunderbare Funken.
(Posthof)


Konzept, Künstlerische Leitung, Choreografie, Tanz: Marina Koraiman
Tanz und Kollaboration: Monika Huemer
Bilder-Animationen und Projektionen: Dietmar Bruckmayr
Lichtdesign und Bühne: Rainer Kocher
Musik: Alexander Jöchtl
Kostüme: Marina Koraiman
Fotos: Felix Nöbauer

Premiere: 18.Mai 2001, Posthof, Linz
Länge: ca.55 min

Diese Produktion wurde unterstützt von: Land Oberösterreich, Stadt Linz, KAPU, Posthof Linz

Pressestimmen:

Neue Tanzdimensionen

Kopfgeschichten sind der Ausgangspunkt für Marina Koraimans jüngstes Tanzprojekt „Superstrings“. Doch was sich im Konzept wie eine wissenschaftliche Abhandlung liest, gerät auf der Bühne zu einem sinnlich-meditativen Unterfangen: Die Uraufführung im Posthof entführte in eine neue Dimension.


Koraiman philosophiert über das „Tau-Neutrino“, kleiner als ein Elektron, so klein, dass es Materie durchdringt. Auch in ihrem Tanz beschäftigt sich Koraiman mit derartigen Gedankenspielereien: Eexpeditionen in Welten, die zwar real, aber trotzdem nicht greifbar sind. Dass zum Beispiel die Luft, die die Tanzenden umgibt, keineswegs „leer“ ist wird bei dieser Choreografie durch die bestechenden Visuals von Dietmar Bruckmayr auf wundersame Weise sichtbar. Wie ein Spinnennetz legt er „Schnittmuster“ über die Tänzerinnen, läßt sie darin eintauchen und nahezu versinken.
Die unaufgeregten Bewegungen von Marina Koraiman und Monika Huemer sind von bestechender Schlichtheit, als wollten sie einfach nur die Noten der Musik sichtbar machen: Alexander Jöchtl hat einen Klangteppich gesponnen, in dem sich einrollende Eisenbahnen und abhebende Flugzeuge ebenso wiederfinden wie Wasserrauschen und Vogelgezwitscher. Das vibrierende Leben eben.
Ihre Vergangenheit – sie war Textilkünstlerin, ehe sie sich dem Tanz zuwandte – holt Koraiman bei den Kostümen ein, die von unglaublicher Finesse und edler Kargheit zeugen.

Milli Hornegger, Kronen Zeitung


Mitten in der Teilchensuppe

...

Die choreografische Umsetzung von „Superstrings“ in sehr unaufgeregter, schlichter und sanft fließender Bewegungssprache ist ein Verschmelzen der Umgebung, mit den dynamischen Luft-Bildern, die durch die Videos von Dietmar Bruckmayr eindrucksvoll auf die Großleinwand gepinselt, gestrichelt und pastos gemalt werden. Am beeindruckendsten sind jene Momente, in denen sich die Tänzerinnen Koraiman und Monika Huemer in einem auf den Boden projizierten und sich ständig verändernden Netz zu verfangen scheinen: gefangen von einer nicht sichtbaren, aber hier doch sichtbar gemachten Umgebung. „Superstrings“ ist ein getanzter Sprung mitten hinein in die Luft, ein leichtes Schwimmen in der Teilchensuppe bis zum beinahe schwerelosen Schweben.
Die Musik von Alexander Jöchtl  vom Windrauschen über surrende Helikopter bis hin zu sanftem Wassergeplätscher ist eine akustische Collage von alltäglichen Umgebungsklängen. Drei Ebenen – Bewegung, Video, Tanz – gehen eine Symbiose ein mit einer Ebene, die nicht sichtbar ist, hier aber spürbar gemacht wurde.

Sivia Kitzmantel, OÖN

Das Verschwinden des Körpers im Tanz

Zwei Körper in Lamellenkostümen, in einem langsamen Tanz, so etwas wie Urschöpfung symbolisierend: Die Linzerin Marina Koraiman hat ihr am Freitag im Linzer Posthof uraufgeführtes Tanzstück „Superstrings“ genannt. Sie tanzt es selbst, zusammen mit ihrer Partnerin Monika Huemer, mit der sie auch die Choreografie schuf.
...
In eindrucksvollen Schwarz-Weiß-Szenen gelingt es tatsächlich,die Vorstellung einer Bewegung ohne Körper zu erzeugen, was durch die farbigen Visuals von Dietmar Bruckmayr noch unterstützt wird. Auch sie lösen sich, wie die Musik Alexander Jöchtls, die stellenweise an orgelnde Flugmaschinen gemahnt, immer wieder auf, befinden sich in fließender Veränderung, bilden Farbgeometrien, Farbfugen, beziehen schließlich Naturlaute ein, suggerieren Wasser über Steinflächen, unartikulierte Menschenlaute.
Sichtbare Körperbewegung geht hervor aus unsichtbarer Energetik, steigert sich nach einigen Längen im Mittelteil zu expressivem Erleben, das unter Mitwirkung des poetischen Lichtdesigns von Rainer Kocher diesen Tanz wieder einfühlbar macht, als neue Schöpfung, die vergeht und entsteht.

Roswitha Reichart, Neues Volksblatt

Festival -Katalog Ars Electronica

Koraimans „Superstrings“ bei der Ars

Die Kunst von morgen

„Wer macht die Kunst von morgen?“ fragt sich die Ars Electronica. Tanz und Video als vielfältige Ausdrucksmöglichkeiten sollten dazugehören. Die Linzer Tänzerin Marina Koraiman vermengt beides und präsentierte „Superstrings“ in einer überarbeiteten Form.

Die Performance im Brucknerhaus beginnt erst um 22.30 Uhr – trotzdem ist der große Saal gesteckt voll.  ...
Die überarbeitet Version hat etwas von ihrer Sinnlichkeit eingebüßt, aber die Bildsprache von Dietmar Bruckmayr ist immer noch bestechend; unvergleichlich das Spinnennetz, das er über die beiden Tänzerinnen Koraiman und Monika Huemer stülpt. ...
Kronen Zeitung

 


sozialwerk






Die Veranstaltung „Sozialwerk“ basiert auf den Ergebnissen mehrjähriger wissenschaftlicher Forschung von Dietmar Bruckmayr zur „Nationalsozialistischen Volkspflege in der Ostmark“.

Teile bzw. Fragmente von Verwaltungsbescheiden, Runderlässen, Verordnungen und Korrespondenzen aus österreichischen, bundesdeutschen und amerikanischen Archiven bilden die literarische Grundlage für eine Montage über die destruktiven Konsequenzen eines irrationalen Volksbegriffs in einem Land, in dem nach dem „Zusammenbruch“ gerne die Täter exkulpiert wurden, indem die Opfer ein weiteres Mal bestraft wurden und in dem nun die spezifischen Zurichtungen der Sprache dieser Zeit wieder sehr laut und salonfähig werden.


Choreografie, Tanz: Marina Koraiman, Monika Huemer
Musik, Live electronics, Sprecher: Wolfgang FADI Dorninger
Musik, Live electronics, Soundmix: Michael Strohmann
Sprecher: Didi Bruckmayr
Lichtkonzept und Bühnenbild: Peter Thalhamer
Bilder-Animationen und Projektionen: Peter Thalhamer und Didi Bruckmayr
Kostüme: Manuela Pfaffenberger
Plexiglas-Objekt: Marina Koraiman
Fotos: Felix Nöbauer


Premiere: 8.April 2000, Posthof Linz, Tanztage-Labor
Länge: 57 min

Diese Produktion war eine Posthof Linz- Eigenproduktion

Pressestimmen:


Die Anständigen, die Ausgestoßenen, die Auslöschung


Zu Beginn raunt eine Männerstimme aus den Lautsprechern: „Versklavung“, „Zwangsarbeit“, „Verdrängung“. Dazu dumpfe Klänge, die den industriellen Charakter der Vernichtung hervorheben. Zwei Frauen, die sich auf der Bühne räkeln, um nur ja den Normen des Systems zu entsprechen. „Sozialwerk“ heißt die Montage. ...
Dorninger gab den emsig auf der Schreibmaschine Tippenden, der leidenschaftliche Selbstdarsteller Bruckmayr verkörperte geifernd und sabbernd die geile Bestie hinter dem hygienischen Moreden. Sehr stark die Szene, als sich Koraiman in einem Glaskasten wand: Das Opfer ist verfügbar und kann nicht mehr fliehen – Nebenfrage: „Big Brother“ eine Wiederholungstat?
Am Ende stehen zwei Bürotussis auf der Bühne, die Aktenordner an die Brüste gedrückt. Mit den Anweisungen für jene, die später einmal nur ihre Pflicht getan haben wollen.
...
Christian Pichler, Oberösterreichische Nachrichten


Die gruselige Sprache ist teilweise akustisch verfremdet, nur in Fetzen verständlich, dann wieder schwillt die Gewalt der Worte zu einem schrillen Sturm an, der (nicht nur) in seiner Lautstärke die Grenze des Unerträglichen erreicht. Umklammert wird das Wort-Werk von Musik (Wolfgang Dorninger) und Tanz (Marina Koraiman, Monika Huemer). Der Kontext der Elemente liegt nicht immer schlüssig auf der Hand, dennoch sind manche Einzelbilder von bezwingender Schärfe.
Kronen Zeitung, Linz

 


keimzellen

Raumsensorik, Kymatik, Verschmelzung von Klang und Bewegung, extreme Stimmen, Frequenzen, die den Körper abtasten – zeitgenössischer Tanz, der keiner schöngeistigen Vorlage bedarf, sondern dem das Leben und der Zustand der modernen Gesellschaft ausreichend Inspiration sind

Mittels Sensoren wird der Raum sensibilisiert und mit Klängen belegt.
Diese werden durch die Bewegung des Tänzers (Farbe, Druck oder Schatten) hervorgeholt und moduliert.
Verschmelzung von Licht, Klang und Bewegung geschieht im JETZT; jeden Augenblich neu
Mit dem Raum reden
Dinge aus der Luft grteifen
Wahrnehmung hinterfragen
Das Selbst im komplexen Gefüge der Abhängigkeiten ausloten
Beeinflussung und Zusammenhänge erforschen
Mit dem Umfeld kommunizieren
Schnittstelle: Körper



Konzept, Choreografie, Tanz: Marina Koraiman
Raumsensorik, Klanginstallation und Live-Sound: Michael Strohmann
Stimme: Dietmar Bruckmayr
Lichtdesign: Rainer Kocher
Fotos und digitale Bildbearbeitung: Karlheinz Fessl
Bühneninstallation und Kostüme: Marina Koraiman
Fotos: Karlheinz Fessl, Felix Nöbauer


Premiere: 4.Jänner 2000, Theater Phönix, Linz
Länge: ca.55 min

Diese Produktion wurde unterstützt von: Land Oberösterreich, Stadt Linz, Ars Electronica Center, Theater Phönix, Posthof Linz

Pressestimmen:


Fulminantes Tanztheater mit Marina Koraiman im Theater Phönix
Bewegung, Klang, Raum..
Tanz als Schwingung, als Körper voll bewegter Intensität, und Raum als Kommunikation von Impuls und Licht, von Bildern und einer Stimme, die den Raum erst entstehen läßt: Was M.K. am..auf die Bühne brachte, gedieh zu einem unvergeßlichen Ereignis. ...
M.K. spürt völlig neue Wahrnehmungen in hochgradig sensibilisierten Räumen auf. Diesmal fragt man sich, was in den Schöpfungsvorgang einbezogen ist: die Gestalt des lebendigen Tanzes, der seine Anregungen direkt aus der elektronischen Medienkultur nimmt, die Überfülle an Bildern, aus der 40 sich überblendende dias wieder Geburtssituationen zeigen, und die menschl. Stimme als extreme und elementare Begleitäußerung. Der Mensch als Ich-Wesen, der Mensch als Gemeinschafts-Wesen: Dietmar Bruckmayrs Umsetzung moderner Befindlichkeitin schmerzreiche und freudenreiche Lautfolgen ist nicht zu überbieten.
Die absolute Genauigkeit im ausdrucksgeladenen Sensor-Detail und die feinste Begleitung durch die elektronischen Klangfrequenzen ist Michael Strohmann zu danken. Wunderbare Kraft und Biegsamkeit zeigt Koraiman selbst in ihren „Keimzellen“-Tanzbildern. Sie werden in beeindruckender Weise unterstützt durch ein Bühnenbild mit Stoffobjekten. ...

Roswitha Reichart, Neues Volksblatt


Keimzellen, ein neues Projekt der Linzer künstlerin Marina Koraiman, ließ ein großteils verständnisloses Publikum zurück. Die Tänzerin experimentiert mit Klang, Raum und Bewegung, wobei die einzelnen interessanten Ansätze in der Fülle der Ideen zuwenig zur Geltung kommen.
Kronen Zeitung


the conscious place – über die flüchtigkeit der zeit

Das Stück thematisiert in fünf Bildern eine mögliche Standortsuche des modernen Menschen im Spannungsfeld von äußeren Einflüssen und eigenem (persönlichen) Wollen.
Die Objekte auf der Bühne definieren den Raum und bilden ein Kraftfeld, in dem der Tänzer agiert und seine Geschichte lebt.

Für mich ist Tanz Kommunikation mit dem Umfeld;
Flüchtige Zeichnung des Körpers im Raum, der in der Gegenwart entsteht und das Unsichtbare berührt.
Körper verändern sich; sie schmelzen und erhärten sich auf Grund des Bewußtseins, das sie beherbergen.
Am liebsten würde ich die Grenzen des Körperlichen auflösen und ganz durchlässig werden; um zu fließen, zu erstarren, um im Atem zu zerstauben wie Puder und wieder zu erscheinen, nur völlig anders als bisher, wie Neuland, flammend.
Alles ist flüchtig;
Was bleibt, ist die Erfahrung, wie geronnene Zeit.
Es gibt nur Fragmente, Splitter des Ganzen...



Konzept, Choreografie, Tanz: Marina Koraiman
Raum, Objekte und Kostüme: Marina Koraiman
Lichtdesign: Rainer Kocher
Lichttechnik: Birgitt Fanzott
Musik: Krakatau, Scanner, Mouse on Mars, George Crumb – Kronos Quartett, Alfred Schnittke, Blake Baxter, Laibach, Gustav Mahler, Maria Callas, Claude Young, Les Tambours du Bronx
Ton: Stefan Schweiger
Bühnentechnik: Isabella Radler
Organisation: ke theater
Fotos: Karlheinz Fessl

Premiere: 17.Oktober 1996, ke-theater Klagenfurt
Länge: 53 min

Diese Produktion wurde unterstützt von: Land Kärnten, Stadt Klagenfurt, Kärntner Sparkasse, ORF Ö1, Peter Stadler - Transparent Design, Posthof Linz, Linda Hardy und dem ke-theater

Pressestimmen:

Das Energiefeld „Leben“ ertanzen

Ein Tanzstück in fünf Bildern über die „Flüchtigkeit der Zeit“ meditiert derzeit Marina Koraiman mit Hilfe ihres Körpers im Theater des „klagenfurter ensembles“. Gleich am Anfang das getanzte Schicksal des menschlichen Bewußtseins in dem Bild „Ich –hier und und jetzt“: Aus dem Halbdunkel der Bühne löst sich die Tanzende, tanzt mit dem ständig sich verändernden Licht. Marina Koraiman analysiert mit ihren Schritten, Gesten und Bewegungen das Spannungsfeld zwischen dem Uralten und dem Gegenwärtigen. Chaos, Selbstdisziplin, Anarchie und Ordnung erscheinen als die ästhetischen Elemente der allesumfassenden Ganzheit. Der betanzte Raum entwickelt sich zum Energiefeld, in welchem sich das Mysterium des Menschen ereignet. Marina Koraimans Tanz ist mehr als schöne Bewegung. Wenn sie zuletzt zu Stahlklängen und hämmernden Rhythmen in ein furioses Finale wirbelt, wird ihr Tanz zur Beschwörung.
Neue Kärntner Tageszeitung


Mehr als nur ein schicker Tanz:

Mit ihrer messerscharfen Choreografie rang die Tänzerin Marina Koraiman ihrem Körper das letzte und dem Publikum einiges an Bewunderung ab: Mit Ekstase, aber nicht zu viel, mit Pathos, durch Dynamik entschärft, mit Magie, durch tänzerische Ästhetik verlebendigt, legte die Klagenfurterin ihr Tanzstück „Über die Flüchtigkeit der Zeit / The Conscious Place“ (Bühnentechnik: Isabella Radler, Lichtdesign: Rainer Kocher) auf’s Linoleum des Theaters des „klagenfurter ensembles“. Heute und am... wiederholt Koraiman ihren exzellenten Soloreigen.
Neue Kronen Zeitung

Wenn das Ich zu sich kommt

Mit dem Körper denken, eine Brücke zwischen innen und außen schlagen: Wie eine Rose entfaltet sich der Bewegungsablauf im Tanz von Marina Koraiman; eine Rose aus Licht, Raum und Zeit.
Es geht Koraiman in ihrer Choreografie nicht um schnelle Übereinkunft innerhalb von Konventionen. Deshalb spürt sie auch völlig neue Wahrnehmungen auf, wagt den gefährlichen Sprung in den Urzustand. Davon erhält dieser Tanz eine unabweisliche, geradezu blind-sichere Notwendigkeit.
Daß die Produktion „Über die Flüchtigkeit der Zeit“, in Klagenfurt uraufgeführt, zustandekam, ist einigen Institutionen zu danken, auch dem Linzer Posthof,der bei de Oberösterreich-Premiere die Versuchung übermäßigen Gedröhns weitgehend hintanhalten konnte.
Obwohl die stahlharten Klänge bei der Ausforschung auch unserer Zeit durchaus mitmischten.
Wie bewußt ist sich der Mensch seiner Anwesenheit im Jetzt und Hier? Wie fähig ist er, seine Körperlichkeit dabei zu fühlen? Das nachvollziehbar zu machen, verlangte Marina Koraiman in den fünf getanzten Bildern von sich selbst fast Übermenschliches, wobei Grenzerfahrungen, atmosphärische, oft schmerzhafte Dichte und klare, denkscharfe Bildhaftigkeit ineinander übergingen. Die Dramatik des zu sich kommenden Ichs (bemerkenswertes Lichtdesign von Rainer Kocher) und das selbsterleben als Verwandlungspotential ließen M.K. auch als Objektkünstlerin in Erscheinung treten, überzeugend und kompetent. ...
Das Publikum dankte lange für den großartigen Abend.


Roswitha Reichart, Neues Volksblatt

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marina
GYROKINESIS
WORKSHOP 1: 3.Mai 2014:  9.30-12.00, 13.00-15.30
/ 4.Mai 2014: 10.00-12.30, 13.30-16.00

WORKSHOP 2: 28./29.Juni 2014: 10.00-12.30, 13.30-16.00

Kosten: 120,-

Ort alle: RedSapata Tabakfabrik, Ludlgasse 19, 4020 Linz. www.redsapata.com

LAUFENDER KURS: montags, 17.15-18.30 Kosten: Einzelstunde 12,- , Zehnerblock 110,-



 

tanzhafen festival 2014:

Performance Day Lentos Kunstmuseum, 24.4.2014, 18.00 Uhr. Eintritt frei: "faszie. eine Werkschau "

Workshop Day AmarDas, 26.4.2014, 11.00-12.30 Uhr: "Dance of Air"

nähere Infos: www.redsapata.com



termine kunst:

ausstellung "TwinTown Art"

21.9.-28.10.2012
alpe-adria-galerie
theaterplatz 3
9020 klagenfurt